Biberstaudamm

Biber in Weißenbrunn gesichtet!

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Heute habe ich bei einem Spaziergang im Untersiemauer Ortsteil Weißenbrunn einen Biber gesehen! Im Bild oben kann man gut seinen Staudamm sehen, den er aus Weidenästen und Weidenstämmen errichtet. Der Biber kletterte von rechts auf seinen Staudamm, sprang von dort in den Bach, tauchte unter und schwamm von dort nach links zu seiner ein paar Hundert Meter entfernten Nahrungsquelle. Die Lieblingsspeise des Bibers sind Weiden, deren Rinde er verzehrt. Die abgeschälten Stämme und Äste nutzt er als Baumaterial für Staudämme und Biberburgen.

Vom Biber gefällte Weidenstämme

Vom Biber gefällte Weidenstämme

Gestern Abend hatte ich den Biber an gleicher Stelle schon an seinen Pfeifgeräuschen erkannt. Biber (Männchen wie Weibchen) können ziemlich laut pfeifen, dies tun sie vor allem nachts, tagsüber nur bei wolkigem oder regnerischen Wetter.

 

Vom Biber gefälllt

Vom Biber gefälllt

Laien befürchten einen irreparablen Schaden für die Weiden oder aber andere Bäume. Diese Sorge ist unbegründet. Der Biber frisst überwiegend Weidenrinde, das ist seine Lieblingsnahrung. Mitunter fällt er auch Fichten, deren Rinde er jedoch nicht verzehrt und deren Holz er nicht verbaut. Er hilft damit den lichtliebenden Weiden, die sonst von anderen Baumarten verdrängt werden würden.

Vom Biber hergestelltes Baumaterial

Vom Biber hergestelltes Baumaterial

Außerdem frisst und fällt er keine jungen Bäume, da diese für ihn zu bitter sind. Bei Weiden wird durch seine Aktivität die Bildung von Neutrieben angeregt. Außerdem wurzeln von ihm zurückgelassene Zweige im Uferbereich an, so dass hiermit ebenfalls die Vermehrung der Weiden gefördert wird.

 

Wozu baut der Biber eigentlich Staudämme und Burgen? Er braucht für den Winter, wenn Bäche und Flüsse meist zugefroren sind, einen Nahrungsvorrat. Diesen legt er sich unter Wasser an. Damit er zu seiner Nahrungsquelle, den Weiden, bequem hingelangen kann, staut er das Wasser in Bächen so an, dass es tief genug wird und er einerseits bequem schwimmend von der Stelle des Wintervorrats zu den Weiden gelangt und andererseits auf dem Rückweg Baumaterial und Wintervorrat bequem über Wasser transportieren kann.

Der Biber bleibt in der Regel mehrere Jahre in einem Gebiet, bis sich der Nahrungsvorrat dort erschöpft hat. Dann wird er den Damm nicht mehr instand halten und dieser wird brechen, neue Weiden werden sich dort ansiedeln. Der Biber wird nach einigen Jahren (denn die jungen Weiden frisst und schält er nicht) wieder an diese Stelle zurückkehren und der Kreislauf beginnt von neuem.

Es gibt also keinen Grund, einen Biber als Bedrohung zu betrachten und ihn einzufangen oder zu vertreiben. Der Biber  hat sich genau diese Stelle für sein Leben ausgesucht, diese ist für ihn optimal, er fügt sich perfekt in Natur und Umgebung ein und bereichert unser Leben. Schulen könnten Klassen im Biologie- oder Heimatkunde-Unterricht an diese Stelle führen und den Kindern praxisnah ökologische Kreisläufe erklären. Ein Biber ist nicht häufig zu sehen, er und seine Bauten sind eine Attraktion für jede Region.

Der Biber  versprüht Pheromone, um einen Partner bzw. eine Partnerin zu finden und es heißt, es wären schon zwei Biber dort…

Biber bekommen meist 2-6 sechs Junge, welche zwei Monate gesäugt werden und mit Nestmaterial zugedeckt werden.

Die Paarungszeit des Bibers ist zwischen Januar und April, die Paarung findet unter Wasser statt. Die Tragzeit beträgt etwas mehr als 3 Monate, Ende April, Anfang Mai kommen die Jungen meist zur Welt.

Der Biber steht unter strengem Naturschutz, in mehreren Bundesländern gibt es Artenschutzprogramme. Ende des 19. Jahrhunderts war der Biber durch Verfolgung und Lebensraumzerstörung in Europa nahezu ausgerottet, danach führten Schutzmaßnahmen und Wiederbesiedelungen zum Aufbau eines neuen Bestandes in vielen Ländern. In Großbritannien, Portugal, Moldawien und der Türkei gibt es nach wie vor keine Biber mehr.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ist der Biber streng geschützt, die Biber dürfen nicht gefangen oder getötet werden und ihre Dämme und Bauten weder beschädigt noch zerstört werden, Ausnahmen werden nur selten (in Extremfällen) genehmigt.

Informationsquellen zum Biber:

Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Wikipedia-Artikel zum Europäischen Biber

Bibermanagement

Allgemeine Übersicht der vierfüßigen Tiere: Mit Kupfertafeln, Band 2 (Erscheinungsjahr 1800!)

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