Kartoffel

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Die Kartoffel ist eines der Königsgemüse im Hausgarten. Der Anbau der Kartoffel ist einfach und wenig aufwändig, Spritzen nicht erforderlich und die Ernte macht einfach Spaß. Die Kartoffel hat einen hohen Nährwert und ist nicht nur durch ihren Vitamin-C-Gehalt sehr gesund, sie enthält viele Ballaststoffe, Mineralstoffe und macht einfach gute Laune. In Krisenzeiten könnte sie jeder in seinem Garten anbauen, zur Not da, wo jetzt der Rasen ist, sie kann lange gelagert und in der Küche äußerst vielseitig verwendet werden.

Nur etwa 90 Tage braucht die Kartoffel vom Stecken bis zur Ernte, weshalb man sie sogar noch bis Ende Juni in den Boden bringen kann. Von einer gesteckten Kartoffel – oder Teilen davon – kann man 500-1000 Gramm Kartoffeln ernten, wenn alles optimal läuft.

Die Kartoffel gelangte vor einigen Jahrhunderten aus Amerika zu uns, sie mag warmes Wetter, in warmen Ländern ist sie mehrjährig, bei uns wird sie einjährig angebaut. Die Kartoffel gibt es in vielen alten und neuen Sorten, in allen möglichen Formen und Farben (weiß gelb, rot, blau, lila), in frühen und späten Sorten, wobei man nach dem Ausprobieren verschiedener Sorten schnell zu seiner Lieblingskartoffelsorte gelangen wird.

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Bei uns ist das z.B. die Kartoffelsorte Linda, die sehr robust und ertragreich ist und schöne große, sehr schmackhafte Kartoffeln liefert. Leider sollte diese Kartoffelsorte vom Markt genommen werden, da sich heute Unternehmen Sorten schützen lassen können, für deren Nutzung sie dann Lizenzgebühren verlangen können, ein eigentlich unglaublicher Vorgang. Der Sorteninhaber Europlant wollte andere eigene Kartoffelsorten besser auf dem Markt positionieren. Ich finde es unfassbar, dass heute schon Patente auf Gemüsesorten erteilt werden. Die Natur kann man nicht kaufen, sie gehört allen Lebewesen gleichermaßen, eine einseitige Bereicherung weniger zu Lasten der Allgemeinheit ist unakzeptabel, zumal es hier um die Lebensgrundlagen der Menschheit geht. Genauso abzulehnen ist der Verkauf unfruchtbaren Saatguts durch Saatgutkonzerne, Hybrid-Saatgut, dessen Nachkommen nicht mehr die gleichen Eigenschaften aufweisen. Die Sorte „Linda“ wurde dann in Großbritannien und Tschechien wieder zum Verkauf als Pflanzkartoffeln zugelassen.

Biokartoffel Linda

Biokartoffel Linda

Kartoffeln kann man im April, Mai oder auch noch bis in den Juni hinein stecken. Das A und O beim Kartoffelanbau ist nach meiner Erfahrung eine gute Lockerung des Bodens vor der Saat der Kartoffel, idealerweise bis in eine Tiefe von ca. 60 cm oder noch tiefer. Das ist nach meinen Beobachtungen bei der Kartoffel fast wichtiger als die Nährstoffversorgung. In einem tief gelockerten Boden gedeihen viel mehr und größere Kartoffeln. Ein leicht saures Substrat soll günstig sein, ich konnte dies aber nicht beobachten, Kartoffeln gedeihen in nahezu jedem Boden – wenn er gut gelockert ist. Die Kartoffel selbst lockert den Boden zwar ebenfalls gut – weshalb Kartoffelanbau z.B. bei Neuanlagen von Gärten empfohlen werden – jedoch hat sie im oberfränkischen sandsteinhaltigen Lehmboden schon schwer zu tun, weshalb wir bei schweren Böden unbedingt eine gründliche Lockerung empfehle.

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Man kann Kartoffeln auch im März oder April vorkeimen, um die Ernte zu verfrühen, ich finde das jedoch zu aufwändig, denn die Kartoffel gedeiht auch ohne Vorkeimen prächtig, und es spielt doch im Hausgarten keine Rolle, wer als erster Kartoffeln erntet. Schon eher ist man an einem guten gesunden Ertrag mit vielen Knollen interessiert. Auch die Angaben zum Abstand zwischen den Pflanzen in Fachbüchern sehe ich eher als Richtwert, von dem man auch abweichen kann, ich habe auch gute Erfahrungen mit ziemlich engem Stand gemacht. Zum Legezeitpunkt der Kartoffeln gibt es in Franken die Volksweisheit: „Legst mich im April, komm ich, wann ich will. Legst mich im Mai, komm ich glei…“ Spätfröste können die austreibende Pflanze – weniger die Knolle – schädigen, außerdem ist das Wachstum bei niedrigen Temperaturen viel langsamer als bei warmem Wetter. Auch wenn man die Kartoffeln erst im Mai legt – oder sogar im Juni – wird man nach ca. 3 Monaten schöne Kartoffeln ernten. Kartoffeln lassen sich selbst in Sibirien noch anbauen.

Wer wenig Platz hat, kann Kartoffeln auch in großen Töpfen anbauen. Diese sollte man dann aber ab und zu – nicht zu viel! – gießen, da das Wasser in Gefäßen schneller verdunstet. Nach meiner Erfahrung ist der Ertrag aber etwas geringer, als wenn man Kartoffeln im Beet anbaut. Die Kartoffel verträgt mangelnden Fruchtwechsel etwas besser als andere Gemüsesorten, dennoch sollte man ihr jedes Jahr einen neuen Platz geben, damit die Nährstoffe im Boden nicht einseitig verbraucht werden. Zur Düngung hat bei uns immer Kompost gereicht, den man entweder vor der Saat geben kann oder auch kurz danach. Mist liefert ebenfalls viele Nährstoffe.

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Giftspritzungen – igittigitt! – sind bei uns im Hausgarten tabu. Massen an Kartoffelkäfern entwickeln sich meist nur in riesigen Monokulturen. Obwohl gar nicht weit von unserem Hausgarten ein Kartoffelfeld ist, das kräftig mit Gift besprüht wurde, habe ich in unserem Hausgarten kaum Kartoffelkäfer gesehen, sodass an den Pflanzen bei uns kein Schaden entstand. Kartoffelfelder werden immer auch gegen die Krautfäule gespritzt, einen Pilz, der in feuchten Jahren mehr auftritt als in trockenen Jahren. Dennoch kann ich diese Giftspritzerei nicht verstehen, da die Kartoffeln sowieso schon groß genug sind, wenn die Krautfäule das Kartoffelkraut absterben läßt.

Nach ca. 3 Monaten Kulturzeit kann man die Kartoffeln dann ernten, am besten mit einem Spaten. Wenn man bei der Ernte einige Knollen beschädigen sollte, was nie ganz zu vermeiden ist, sortieren wir diese wenige Knollen gleich heraus uns verbrauchen sie zuerst, denn zum Lagern sollte man nur unbeschädigte Knollen verwenden. Die Erde mit einer Kartoffelbürste vorsichtig abbürsten, die Knollen dann trocken, dunkel und idealerweise kühl lagern. Bei kühler Lagerung halten sich Kartoffeln am längsten. Die heutigen Keller sind meist geheizt und eigentlich zu warm. Ideal sind Erdkeller, aber auch im geheizten Keller halten sich Kartoffeln einige Wochen bis Monate.

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