Mit dem Auto nach Teneriffa: Etappe 5: Auf dem Schiff (Hinfahrt), 1551 km

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Fährüberfahrt von Spanien nach Teneriffa

Fährüberfahrt von Spanien nach Teneriffa

Nach 2700 Kilometern mit dem Auto durfte unser Fahrzeug nun 1600 Kilometer mit Schiffsdiesel weiterreisen. In Cadiz ging es hauptsächlich mit Spaniern auf die Autofähre der Fährgesellschaft Acciona. Das Schiff, die Albayzin, startete am Samstag (02.08.) um 17 Uhr auf seine 48stündige Reise gen Teneriffa. Durch Zwischenstopps auf anderen Inseln bekam diese Fahrt fast Kreuzfahrtcharacter, das Schiff lief neben Teneriffa auch drei andere Kanareninseln an, Lanzarote, Gran Canaria und La Palma. Unser Ziel war die Hauptstadt der Insel Teneriffa, Santa Cruz de Tenerife, von wo aus wir dann in den fruchtbaren Norden Teneriffas weiterreisen wollten.

Nach Vorlage unserer Boarding Cards erhielten wir elektronische Chipkarten, mit denen wir Zugang zu unserer Vierbettkabine bekamen. Die Kabinen enthielten zwei Doppelstockbetten, einen kleinen Tisch sowie Dusche und WC, alles recht eng, aber mehr Platz gibt es auf so einem Schiff nicht. Die Klimaanlage in den Kabinen funktionierte nur unzureichend, so dass die Temperatur hier auch nachts ca. 25 Grad betrug. Auf den Gängen sowie in den Restauraurants und Bars war die Klimatisierung bestens, hier sollte Acciona dringend nachbessern, die Leistung der Anlagen in den Zimmern ist zu schwach, um hier einen nennenswerten Effekt zu bewirken. Zumindest ich konnte so immer erst spät einschlafen.

In dem kleinen Raum für Dusche, WC und Waschbecken war es eng, aber ausreichend. Die Betten boten ausreichend Platz, tagsüber hielten wir uns jedoch häufig in anderen Räumen auf dem Schiff auf, z.B. im Bordrestaurant, einer der Bars, auf den Außendecks oder im Shop des Schiffs, wo man unter anderem Süßigkeiten in Größenordnungen erwerben konnte, die jeden Zahnarzt frohlocken ließen.

In den Kosten für die Schiffspassage war Vollverpflegung enthalten. Dies bekamen wir leider erst bei der zweiten Mahlzeit mit, dem Frühstück am Sonntagmorgen. Am Samstagabend wunderten wir uns noch über die lange Schlange an der Essenausgabe und hielten diese für kostenpflichtig, so dass wir uns leider für ziemlich trockene Bocadillos an einer der Bars entschieden, die wir nicht weiterempfehlen könnten, zumal sie nicht gerade billig waren.

Am nächsten Morgen jedoch wollten wir frühstücken und dieses bezahlen, als uns an der Kasse dann mitgeteilt wurde, dass die Mahlzeiten auf dem Schiff im Preis enthalten waren. Das Essen war erstaunlich gut, bis auf das sehr spartanische Frühstück, bei dem man lediglich die Wahl zwischen Jamon dulce (billiger Kochschinken) oder einem billigen Käse hatte. Man konnte auch beides kombinieren. Zudem konnte man die Brötchen neben Butter auch mit einer recht gut schmeckenden Bitterorangenmarmelade verfeinern. Außerdem gab es nach Wunsch entweder Saft (Ananassaft oder Orangensaft) oder Kaffee und zwei Sorten Gebäck.

Mittagessen und Abendessen waren sehr gut und reichhaltig. Spanier essen stets mindestens zwei Gänge (primer plato und segundo plato) sowie ein Dessert. Es gab immer mehrere Speisen zur Auswahl, Suppen, Fleisch, Fisch, dazu Gemüse- und Pommesbeilagen. Zum Nachtisch konnte man Flan (Karamelpudding) oder Natillas (Schoko- oder Vanillecremespeisen) und auch Obst essen. Eine Flasche Wasser gab es auch für jeden. Man konnte von all den Gängen essen, soviel man wollte, und hier wurde man mehr als satt. Für eine Schiffsverpflegung waren wir von der Qualität und Quantität des Essens sehr positiv überrascht.

Außerdem gab es auf der Albayzin einen Kaffeeautomaten mit koffeinhaltigen und koffeinfreien Kaffees, zwei Bars, in denen man Snacks, Kaffee sowie alkoholhaltige und alkoholfreie Getränke zu sich nehmen konnte. Die Preise in den Bars waren recht hoch, 0,33 Liter des Biers Cruzcampo kosteten beispielsweise 2,85 Euro.

Lokalisierung mit Google Maps

Lokalisierung mit Google Maps

Die Außendecks konnte man auf mehreren Etagen die ganze Fahrt aufsuchen. Bald war von allen Seiten nur noch Wasser zu sehen. Daher vertrieben wir uns gelegentlich die Zeit, unseren Standort mit Hilfe des Smartphones, GPS und Google Maps zu lokalisieren. Unter freiem Himmel auf den Außendecks gelang dies hervorragend, so dass man auch ohne Internetverbindung immer mitbekam, wo wir gerade waren (siehe Foto, der graue Punkt). Es gab auch eine Satelliteninternetverbindung auf dem Schiff, diese war jedoch nicht nutzbar, da sie ständig überlastet und viel zu langsam war. Internet- und Mobilfunkempfang waren daher nun in der Nähe von Cadiz sowie dann ab den Kanaren möglich, da man sich nun in der Nähe bewohnter Küsten befand. Mit Congstar konnte ich dann Volumenpässe kaufen und so ab der ersten kanarischen Insel wieder auf das Internet zugreifen.

Zwischenstop Arrecife Lanzarote

Zwischenstopp Arrecife Lanzarote

Nach 30 Stunden auf dem Meer war dann das erste Mal Land in Sicht. Wir erreichten den ersten Zwischenstopp in Arrecife (Lanzarote). Es war spät am Abend und ab jetzt befanden wir uns in einer anderen Zeitzone. Una hora menos en Canarias, wie die Spanier sagen (eine Stunde weniger auf den Kanaren). Wir hatten also eine Stunde gewonnen, die wir dann auf der Rückfahrt wieder verlieren sollten.

Unruhig wurde das Meer übrigens sowohl auf der Hinfahrt hauptsächlich zwischen den Kanarischen Inseln. Ob das am Kanarenstrom lag? Der Fähre machte das jedenfalls wenig aus und wir erreichten nach ein paar Stunden Schlaf dann Gran Canaria. Hier ein paar Fotos der Kanarenhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria, die einen kleinen Eindruck von Gran Canaria vermitteln.

Hier ein Video vom Zwischenstopp in Gran Canaria de Las Palmas:

Las Palmas de Gran Canaria, Hafen

Las Palmas de Gran Canaria, Hafen

 

 

Las Palmas de Gran Canaria, Hafen und Hochhäuser

Las Palmas de Gran Canaria, Hafen und Hochhäuser

Foto vom Hafen von Las Palma de Gran Canaria am frühen Morgen (7. August 2014)

 

 

 

Dieses wegen der Morgendämmerung etwas unscharfe Foto vermittelt einen Eindruck von der „Skyline“ von Las Palmas de Gran Canaria und dem dortigen Touristenboom.

Las Palmas de Gran Canaria

Las Palmas de Gran Canaria, am frühen Morgen

Las Palmas de Gran Canaria

Las Palmas de Gran Canaria, Küste

Las Palmas de Gran Canaria

Las Palmas de Gran Canaria, noch ein Küstenbild

Der Zwischenstopp auf Gran Canaria dauerte sage und schreibe 5 Stunden, erst am Mittag ging es von hier weiter Richtung Teneriffa. Doch dann erreichten wir am Donnerstag gegen 17 Uhr kanarischer Zeit Santa Cruz auf Teneriffa.

Ankunft auf Teneriffa Santa Cruz de Tenerife

Ankunft auf Teneriffa: Santa Cruz de Tenerife vom Meer

Auf dem unteren Bild sieht man im Hintergrund eine Fähre der Fährgesellschaft „Fred Olsen“, die Schnellverbindungen zwischen den Kanarischen Inseln anbietet.

Ankunft auf Teneriffa, Fähre Fred Olsen im Hintergrund

Ankunft auf Teneriffa, Fähre Fred Olsen im Hintergrund

Nun waren wir also nach fünfeinhalb Tagen auf Teneriffa angekommen! Wir fuhren als eines der letzten Fahrzeuge von der Fähre herunter und programmierten das Navi auf Icod de los Vinos, San Marcos, denn wir hatten uns den fruchtbaren Norden der Insel für unsere Reise ausgesucht. Hier gibt es durch den Passatwind auch Wolken, aber dafür ist die Vegetation einzigartig, tausende seltene Pflanzen, Bäume und Blumen und viele schöne Landschaften gab es bald zu bewundern.

Am Ferienhaus angekommen, konnten wir gleich einen wunderbaren Ausblick auf die Bucht von San Marcos genießen:

Blick auf die Bucht von San Marcos, Icod de los Vinos

Blick auf die Bucht von San Marcos, Icod de los Vinos

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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